Andacht des Monats

Johannes 16, 22 – 24:
Auch ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an jenem Tage werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er‘s euch geben. Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr empfangen, auf dass eure Freude vollkommen sei.

Liebe Freunde,

Jesus liebte seine Jünger. Es schmerzte ihn, am Vorabend seines Todes von ihnen Abschied nehmen zu müssen. In vielem waren seine Jünger noch so unreif und ungefestigt. Wie sollten sie nur ohne ihn zurechtkommen? Doch Jesus setzte sein Vertrauen in sie. Er zeigte ihnen auf, wie sie ohne ihn zurechtkommen können.

Er sagte: Bisher habt ihr um nichts gebetet in meinem Namen. Bisher waren die Jünger sehr unselbständig. Sie haben Jesus das Beten überlassen. Nun aber ermutigt Jesus seine Jünger zu eigenem Gebet.

Sie dürfen und sollen direkt zum Vater im Himmel beten. Der Vater liebt auch sie und will ihnen Gutes tun. So bekommen die Jünger die wunderbare Möglichkeit, direkt vor den Thron Gottes zu gehen. Und Jesus verspricht ihnen, dass der Vater sie erhören wird.

Friedrich von Bodelschwingh sagte: Beten heißt, sich aus der Angst der Welt aufmachen und zum Vater gehen.Welch eine wunderbare Gabe, die Jesus seinen Jüngern hinterlässt. Was für ein gewaltiges Abschiedsgeschenk, das auch bis heute noch gilt.

Mit dem Gebet haben wir eine direkte Leitung zu Gott. Wir dürfen ihn um alles bitten: um Gesundheit, um Bewahrung, um Frieden in der Familie, um Befreiung von Sorgen, um Kraft für den Alltag und natürlich auch um Vergebung der Schuld. Gott will uns Gutes geben.

Vielleicht denken Sie: Gott kennt doch meine Bedürfnisse. Warum muss ich ihn dann überhaupt noch bitten? Die Antwort lautet: Weil Gott gebeten sein will.

Paul Gerhard sagte darüber: Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein lässt Gott sich gar nichts nehmen, es muss erbeten sein.

Als Jesus vor dem blinden Bartimäus stand und wusste, was dessen Not war, hat er ihn gefragt: Was willst du, das ich für dich tun soll?

Jesus möchte wissen, wie groß unser Glaube ist und ob wir ihm zutrauen, dass er uns helfen kann. Jesus hat uns gezeigt, dass Gebet und Glaube zusammengehören. Er hat gesagt: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, dass ihr’s empfangt, so wird’s euch zuteil werden.

Vielleicht möchten Sie jetzt protestieren und denken: „Ich habe aber schon gebetet, und es hat nichts genützt. Mich hat Gott nicht erhört. Stellen Sie sich vor: Jesus ist es auch passiert, dass er den Vater um etwas gebeten hat – und es ist ihm nicht erfüllt worden.

Als Jesus im Garten Gethsemane war und seine Verhaftung unmittelbar bevorstand hat er gebetet, dass sein Vater ihm das Leiden ersparen möge. „Abba, mein Vater, alles ist dir möglich, nimm diesen Kelch von mir, doch nicht, was ich will, sondern was du willst!„ Jesus hatte eigene Wünsche. Er hat sie dem Vater auch betend mitgeteilt. Aber wichtiger war ihm, dass geschieht, was der Vater will. Und so hart es klingt: Es war – für uns – besser, dass Jesus seinen Weg bis zum bitteren Ende gegangen ist. Gott will immer das Beste für uns. Darum kommt es manchmal vor, dass er unser Gebet nicht erfüllen kann.

Jesus sagte einmal: Was ich tue, das verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber
hernach erfahren.

Darüber hat jemand gedichtet:

Drum trau auf Gott und harre aus,
wie dunkel auch dein Weg dir scheint,
er endet doch im Vaterhaus;
dann wirst du sehn, wie Er’s gemeint.

In der Ewigkeit werden wir die Führung Gottes in unserem Leben begreifen. Alles wird klar vor uns liegen und mit Dankbarkeit werden wir erkennen, Gott hat alles wohl gemacht.


Mit freundlichem Gruß
Ihre Marianna Nowak