Andacht des Monats



Liebe Freunde,

lasst uns gemeinsam eine weite Reise in den Irak antreten. Weit weg von uns ist auch die Zeit um 1900 v. Chr. Das Reiseziel ist Ur. Eine stark befestigte Stadt. Im Stadtzentrum steht eine riesige Stufenpyramide aus verschiedenfarbig gebrannten Tonziegeln. Auf der Plattform befindet sich ein Tempelgebäude, das mit Silber und Gold überkleidet ist. Hier wird dem Mondgott Sin gehuldigt. Mit größter Hingabe wird die Verehrung des Mondgottes Sin und seiner Familie praktiziert.


In diesem Umfeld lebte der Mann, der im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand. Von dort war er mit seiner Familie in die Stadt Haran gezogen, die ebenfalls bekannt für ihren Mond-Tempel war.


Hier lernt er ganz unerwartet den lebendigen Schöpfer kennen, der über den Geschöpfen steht, auch über der Sonne und dem Mond. Denn hier sagt Gott eines Tages zu Abraham: „Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.


Abraham wird von Gott aufgerufen, nicht mehr die Führung durch die Gestirne, sondern der Führung dessen zu vertrauen, der die Gestirne geschaffen hat. – Und Abraham vertraute Gott.

Wäre es für ihn nicht wesentlich einfacher gewesen, im allgemeinen Mondkult zu verharren? War dies nicht schon „lange bewährte„ Familientradition? Apostel Paulus blickt im Römerbrief auf den Weg Abrahams zurück und schreibt: „Und Abram glaubte Gott, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.„ Es bedeutet schon ein besonderes Wagnis, wenn Abraham als Einziger sein ganzes Vertrauen auf den lebendigen Gott setzt und zu Gott aufbricht, indem er sogar die Tradition seiner Familie hinter sich lässt.


Auch heute bedeutet ein Vertrauen auf Jesus, den Unterschied zu einer großen Mehrheit zu machen. Die meisten Menschen unserer Zeit glauben nicht an Gott, sondern orientieren sich an einem selbstgestrickten Wertesystem und nicht wenige glauben noch heute wie zur Zeit Abrahams an die schicksalslenkende Macht der Gestirne.


Auch heute noch bedeutet es ein Wagnis, wenn man aus dem Unglauben oder der oberflächlichen Religiosität der Umgebung und sogar der eigenen Familie aufbricht, um das Vertrauen an Jesus zu orientieren. Dieser Glaube bedeutet den Aufbruch aus der vermeintlichen Sicherheit, das zu tun, was alle tun, auf die „Götter„ zu vertrauen, denen unsere Mitmenschen huldigen und Opfer bringen.


Aber damit bedeutet der Glaube auch den Aufbruch aus der Verlorenheit und Hoffnungslosigkeit einer Welt, die ihr Glück nicht beim Schöpfer sucht, sondern bei dem, was der Mensch selbst erreichen und erschaffen kann. Abrahams Sendung ins Ungewisse war kein Selbstzweck. Abraham sollte in das Land ziehen, indem einmal das Volk leben würde, das von ihm abstammte; das Volk, dem Gottes Liebe und Fürsorge galt; das Volk, das durch Jesus Christus Menschen aus vielen anderen Völkern mit Gott in Verbindung bringen würde. So sollte Abraham gesegnet werden. Indem er Stammvater des Gottesvolkes wurde und dadurch zum Segen wurde für andere.


Wer von Gott angesprochen und von ihm berufen wird, steht vor diesen Alternativen: Entweder Gott zu vertrauen oder vor Gottes Reden die Flucht zu ergreifen.


Gott nimmt jeden Einzelnen, der bereit ist, sein Vertrauen auf Jesus zu setzen, in seinen Heilsplan hinein. Er möchte, dass durch uns Menschen Jesus kennenlernen und bei ihm Vergebung, freundliche Annahme, Wertschätzung und ewiges Leben erhalten. Gott möchte dich zu einem unverzichtbaren Bestandteil dieses Projektes machen. Gott möchte dich zum Segen für viele Menschen gebrauchen, wenn du bereit bist, die frohe Botschaft von Jesus zu denen zu bringen, die sie bisher noch nicht kannten.
Unser Bibelwort empfiehlt: Mach es wie Abraham!


Mit freundlichem Gruß
Ihre Marianna Nowak