Andacht des Monats

Liebe Freunde,

Apostel Paulus schreibt uns in 1.Thessalonicher 5, 18„Seid dankbar in allen Dingen, denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch.„

Gottes Wille ist es, dass wir in allen Lebenssituationen dankbar sind. Warum? Um dadurch zu einem erfüllten Leben zu kommen. Gott ermutigt uns, zu danken um unserer selbst willen. Gott wünscht sich, dass ihm die Menschen dankbar sind, die durch den Glauben an Jesus Christus Gemeinschaft mit ihm haben. Diese Gemeinschaft lebt von der Dankbarkeit. Wer Gott wenig oder gar nicht dankt, gefährdet diese Gemeinschaft. Wer dankt, dem werden die Augen übergehen von den Liebesbeweisen Gottes in seinem Leben. Darum: Seid dankbar in allen Dingen.

„Was halten Sie eigentlich vom Danken?„ So fragten Journalisten die Passanten in der Heilbronner Fußgängerzone. „Warum denn danken?„ meinte einer, „Ich habe mir mein Geld doch selber verdient. Und wenn ich etwas brauche, dann kaufe ich es ein. Ich habe mir alles sauer erarbeitet.„ Mit dieser Antwort sprach er für fast alle. Danken war nicht „in.„ Danken – nein danke, so könnte man die Antwort zusammenfassen.

Haben wir es daher nicht bitter nötig, die Kunst der Dankbarkeit neu zu lernen?

Es ist auch heute noch ein großes Wunder, wie aus dem kleinen Weizenkorn ein Halm wächst – erst grün, dann gelb – um dann vielfältig Frucht zu bringen. Gott lässt alles wachsen, was wir zum täglichen Brot nötig haben.

Jeden Tag beschert Gott jedem von uns eine große Ernte – das tägliche Brot mit allem, was unter diesen Begriff gefasst werden kann.

Vor kurzem las ich den Satz: Dankbarkeit ist die Erinnerung des Herzens.

Das tägliche Tischgebet bekommt dadurch, eine ganz andere Dimension. Das Tischgebet wird dadurch aufgewertet. Es ist mehr als nur ein Sich-bewusst-Machen, dass unsere Nahrung von Gott kommt, sondern sie wird unter den Segen Gottes gestellt.

Bei meinen Großeltern in Bischofsgrün wurde sehr viel Wert auf das Tischgebet gelegt.

Vor und nach dem Essen wurde gebetet und eines Tages, ich war noch sehr jung, legte meine Großmutter noch ein zusätzliches Gedeck auf. Als ich sie dann fragte: „Oma, wir sind doch nur zu dritt, wer kommt denn noch?„ – Da sagte Oma, dieses Gedeck ist für den Herrn Jesus, er soll bei uns sein.





Man mag vielleicht heutzutage darüber lächeln, aber für mich war es etwas ganz Besonderes, sehr Ehrfürchtiges, den Herrn Jesus bei uns zu haben.

Im Laufe der Jahre lernte ich manches zu schätzen und dafür dankbar zu sein.

Ich darf mich freuen an den Menschen, die Gott mir zur Seite stellt. Ich kann mich freuen, an den Kindern und Enkelkindern und über die langjährige Vertrautheit mit alten Freunden. All dies dürfen wir als gute Gaben Gottes ansehen. Es sind Beziehungen, die unsere Welt reich und schön machen.

Und was ist mit den bitteren Erfahrungen? Wenn Krankheit und Schicksalsschläge kommen? Sollen wir Gott etwa auch dafür danken? „Sei dankbar in allen Dingen,„ sagt der HERR ausdrücklich.

Ja, auch für die schweren und notvollen Dingen sollen wir ihm danken, denn denen, die Gott lieben müssen alle Dinge zum Besten dienen.

Als die holländische Christin Corrie ten Boom mit ihrer Schwester Betsie im KZ einsaß, war sie zuerst entsetzt darüber, dass ihre Schwester sogar für die Wanzen in den Betten dankte. Bis ihre Schwester erklärte: „Warum, meinst du, kommen die Aufseherinnen nicht in unseren Schlafraum und stören unsere Bibelarbeit? Nur wegen der Wanzen! Wer für das scheinbar Negative dankt, erfährt, dass Gott ihn auch darin beschenkt.

Wenn du dankst, statt zu schimpfen oder zu klagen, dann wirst du erkennen, wie gut es Gott auch noch im Leid mit dir meint.

Lasst uns täglich reichlich danken! Danken öffnet den Blick für Gottes Segen. Danken führt zur Zufriedenheit. Danken bindet uns an Gott. Danken erfüllt uns mit großer Freude darüber, wie gut es wir haben.





Mit freundlichem Gruß
Ihre Marianna Nowak